Der Transformer versteht sich nicht nur als Praxisprojekt, sondern auch als Forschungs- und Reflexionsraum. Die hier gesammelten wissenschaftlichen Beiträge dokumentieren unsere Arbeit an der Schnittstelle von Nachhaltigkeitsbildung, MINT-Wissenschaftskommunikation und Co-Creation. Sie machen sichtbar, wie wir unsere Erfahrungen systematisch aufbereiten und in den wissenschaftlichen Diskurs einbringen.
OIS zam Forum 2025
Der TU Wien Transformer – ein universitärer Co-Creation-Space für Klima- und Energiebildung
Im Oktober 2025 wurde der Transformer beim OIS zam Forum 2025 der Ludwig Boltzmann Gesellschaft mit einem Poster präsentiert. Das OIS zam Forum ist Österreichs größte Konferenz für Open Innovation in Science und partizipative Forschung. Es bringt Forscher:innen, Praktiker:innen und die interessierte Öffentlichkeit zusammen, um neue Wege der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu diskutieren. Das Forum fand 2025 unter dem Motto der offenen und inklusiven Wissenschaftskommunikation statt – ein Thema, das auch im Kern des Transformer-Projekts steht.
Unser Poster zeigt, wie der Transformer als universitärer Co-Creation-Space Kinder und Jugendliche niederschwellig an MINT- und Klimathemen heranführt und dabei Forschung, Lehre und gesellschaftliches Engagement verbindet.
Poster herunterladen (PDF)
Programmheft OIS zam Forum 2025
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Österreichischer Klimatag 2026
From Makerspace to Climate Education Space: Empirical Insights from Field Observations at TU Wien Transformer
Für den Österreichischen Klimatag 2026 – die zentrale österreichische Fachkonferenz für Klimaforschung, organisiert vom Climate Change Centre Austria (CCCA) – wurde ein Beitrag eingereicht, der die empirischen Erkenntnisse aus den Hospitationen im Transformer aufbereitet.
Hintergrund
Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Soft Skills für Techniker:innen – Wissenschaftskommunikation und Co-Creation“ hospitierten Studierende in 26 Workshop-Formaten mit 250 Kindern und Jugendlichen. Die zentrale Forschungsfrage lautete: Welche didaktischen Erfolgsfaktoren und Herausforderungen zeigen sich bei der Vermittlung von Klimawandel- und Nachhaltigkeitsthemen in informellen Lernumgebungen?
Methodik
11 Studierende dokumentierten zwischen März und Juni 2025 mittels standardisiertem Hospitationsleitfaden systematisch Rahmenbedingungen, Interaktionsmuster und Lernprozesse. Ein innovativer Mixed-Methods-Ansatz kam zum Einsatz: Die Hospitationsberichte wurden durch vier verschiedene KI-Systeme (M365 Copilot, Gemini 2.5 Pro, ChatGPT-5, Claude Opus 4.1) unabhängig analysiert. Die divergierenden und konvergierenden Ergebnisse wurden anschließend trianguliert und mittels Konsens-/Dissensmatrix zu robusten Design-Prinzipien verdichtet.
Sechs Design-Prinzipien für Klimabildung in Makerspaces
- Material Literacy für Klimaverständnis: Abstrakte Klimakonzepte werden durch direkten Materialumgang begreifbar. Muschelexperimente zur Ozeanversauerung führten zu signifikant besserem Verständnis von CO₂-Emissionen als theoretische Erklärungen.
- Productive Failure als Resilienztraining: Iterative Design-Prozesse beim 3D-Druck fördern Problemlösekompetenz – eine Schlüsselqualifikation für Klimaherausforderungen.
- Scaffolded Freedom: Erfolgreiche Workshops kombinierten kreative Freiheit mit klaren Mikrostrukturen – visuelle Anleitungen, Zeitstrukturen und Beispielartefakte.
- Technologie als Brücke zur Nachhaltigkeit: 3D-Druck und digitale Fabrikation wirkten als starke Motivatoren. Die Verbindung von digital und analog erwies sich als besonders lernförderlich.
- Mehrebenen-Differenzierung: Altersgemischte Gruppen (6–14 Jahre) erforderten adaptive Aufgabenstellungen auf drei Ebenen: phänomenologisch (erleben), modellhaft (verstehen), systemisch (abstrahieren).
- Community Learning: Peer-Learning zwischen verschiedenen Altersgruppen förderte Wissenstransfer. Der Transformer wurde zum sozialen Lernraum für Familien und Communities.
Klimarelevanz
Die Workshops zeigten, dass Makerspaces ideale Orte für transformative Klimabildung sind. Durch die Verbindung von Kreativität, Technologie und Nachhaltigkeit entsteht Handlungskompetenz statt Klimaangst. Besonders erfolgreich waren Projekte mit lokalem Bezug (Urban Gardening, Leerstandsgestaltung) und sichtbarer Wirkung. Die Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung universitärer Co-Creation-Spaces als Katalysatoren für gesellschaftliche Transformation.
Das Poster für den Klimatag 2026 befindet sich derzeit in Fertigstellung und wird hier nach Verfügbarkeit ergänzt.
Literatur Poster
- United Nations General Assembly. (2015, September 25). Transforming our world: the 2030 Agenda for Sustainable Development (A/RES/70/1). United Nations. https://digitallibrary.un.org/record/3923923
- UNESCO. (2017). Education for Sustainable Development Goals: Learning Objectives. UNESCO, Paris. https://unesdoc.unesco.org/ark:/48223/pf0000247444 (DOI: 10.54675/CGBA9153)
- Star, S. L., & Griesemer, J. R. (1989). Institutional ecology, “translations” and boundary objects: Amateurs and professionals in Berkeley’s Museum of Vertebrate Zoology, 1907–1939. Social Studies of Science, 19(3), 387–420. https://doi.org/10.1177/030631289019003001
- Lave, J., & Wenger, E. (1991). Situated Learning: Legitimate Peripheral Participation. Cambridge University Press. https://doi.org/10.1017/CBO9780511815355
- Krathwohl, D. R. (2002). A revision of Bloom’s taxonomy: An overview. Theory Into Practice, 41(4), 212–218. https://doi.org/10.1207/s15430421tip4104_2
- Sanders, E. B.-N., & Stappers, P. J. (2008). Co-creation and the new landscapes of design. CoDesign, 4(1), 5–18. https://doi.org/10.1080/15710880701875068
- Zimmerman, B. J. (2000). Self-efficacy: An essential motive to learn. Contemporary Educational Psychology, 25(1), 82–91. https://doi.org/10.1006/ceps.1999.1016
Internationales Symposium Kulturvermittlung 2026
Präsentation des TU Wien Transformer beim NÖ Kulturvermittlungssymposium 2026
Bianca Köck präsentierte den Transformer beim Internationalen Symposium Kulturvermittlung 2026, organisiert von der NÖKU (Niederösterreich Kultur). Das Symposium ist eine der bedeutendsten Fachtagungen im deutschsprachigen Raum zur Kulturvermittlung und bringt internationale Expert:innen zusammen, um aktuelle Entwicklungen und innovative Ansätze in der Vermittlungsarbeit zu diskutieren.
Der Beitrag beleuchtete den Transformer als innovatives Vermittlungsformat an der Schnittstelle von Wissenschaftskommunikation, Kulturvermittlung und partizipativer Praxis. Im Fokus stand die Frage, wie universitäre Co-Creation-Spaces als Orte der Kulturvermittlung wirken können – und welche Potenziale sich ergeben, wenn technisch-naturwissenschaftliche Bildung und kulturelle Teilhabe zusammengedacht werden.
Plattform Grüne Chemie – Zukunft:Chemie
Präsentation bei der 3. Plattform Grüne Chemie – Zukunft:Chemie
Am 11. November 2024 fand im Bundesministerium für Klimaschutz (BMK) in Wien die dritte Veranstaltung der Plattform Grüne Chemie – Zukunft:Chemie statt, organisiert vom BMK und dem Umweltbundesamt. Die Plattform versammelt Expert:innen aus Forschung, Industrie, Politik und Bildung, um aktuelle Entwicklungen in der nachhaltigen Chemie zu diskutieren – von Safe and Sustainable by Design (SSbD) über die Defossilisierung der Chemieindustrie bis hin zu Bildungsinitiativen für Grüne Chemie.
Der Transformer wurde in diesem Rahmen als Praxisbeispiel für niederschwellige MINT-Bildung und Nachhaltigkeitsvermittlung präsentiert. Der Beitrag zeigte, wie über hands-on Workshopformate chemische und materialwissenschaftliche Zusammenhänge – etwa Kreislaufwirtschaft, Materialanalyse und Lebenszyklusdenken – für Kinder und Jugendliche erfahrbar gemacht werden.
Laufende Publikation: Kooperation mit der KPH Wien/Krems
A University Co-Creation Space: Contributions to Sustainability Education and STEM Science Communication through Participatory Practice
Aktuell entsteht in Kooperation zwischen der TU Wien und der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems (KPH) eine wissenschaftliche Publikation, die den Transformer entlang von vier Dimensionen analysiert:
- Leerstand als didaktischer Akteur: Wie das temporäre Gebäude selbst zum Lerngegenstand wird (Place-based & Situated Learning)
- Gestufte Nachhaltigkeitsbildung: Die drei Innovationsmodule Materialmine, Kreationsküche und Zukunftsportal als zirkuläre Lernlogik
- MINT-Wissenschaftskommunikation: Vom Defizitmodell zu transformativer, inklusiver Partizipation
- Die geöffnete Universität: Third Mission als wechselseitiger Lernprozess zwischen Universität und Gesellschaft
Das Paper verbindet bildungswissenschaftliche Perspektiven (ESD, Gestaltungskompetenz, konstruktivistische Lerntheorie) mit einem Reflective-Practice-Ansatz und evaluiert das Projekt anhand von fünf Governance-Kriterien für partizipative Praxis. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen TU Wien (Technik, Architektur, Informatik) und KPH (Bildungswissenschaft, Fachdidaktik) ermöglicht eine besonders differenzierte Analyse an der Schnittstelle von Hochschulbildung, Nachhaltigkeitsforschung und gesellschaftlichem Engagement.
Die Publikation befindet sich derzeit in Ausarbeitung. Weitere Informationen folgen nach Einreichung.
Presse
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